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Alles auf Anfang

Nun ist es wieder soweit…heute ist der 01. Januar und das Jahr 2023 beginnt. Ich mag den Januar überhaupt nicht, weil er der Anfang eines neuen Jahres ist, das erneut bewältigt werden muss und alles an Überraschungen bereithalten kann, was man nicht mal im Ansatz erahnt.

Beginnt ein neues Jahr fühle ich mich wie Sisyphos. Eine Figur aus der griechischen Mythologie, die von den Göttern die Strafe auferlegt bekommen hat, einen schweren Stein den Berg hochzurollen. Ist der Stein oben, rollt er jedoch wieder ins Tal und Sisyphos muss von vorne beginnen: Habe ich ein Jahr geschafft – mit all seinen Höhen und Tiefen – stehe ich wieder am Anfang und muss von neuem beginnen.

Dabei spielt es sicherlich auch eine Rolle wie das alte Jahr verlaufen ist. Stand es unter einem schlechten Stern, denke ich mir: „Endlich ist das alte Jahr vorbei! Ich freue mich auf das neue, denn es kann nur besser werden.“ Wenn ich aber an das Jahr 2022 denke, denke ich mir: „Schade, dass es vorbei ist, denn es war so schön.“

Letzte Nacht, während ich dem in den Himmel aufsteigende Feuerwerk zugesehen habe, habe ich die letzten 12 Monate nochmal vor meinem geistigen Auge abgespielt und überlegte dabei, was ich mit meiner Familie alles erlebt habe. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein wirklich außergewöhnliches, aufregendes und emotional turbulentes Jahr war. Ein Jahr, durch das ich nicht nur wie sonst mit viel Arbeit und Stress durchgekommen bin, sondern ein Jahr, in dem ich die Momente wahrhaftig gelebt habe. Ich habe endlich Dinge gemacht, die ich schon immer machen wollte und das finde ich grandios:

  • Ich bin ausgewandert.
  • Ich habe meine eigene Homepage mit eigenem Blog ins Leben gerufen.
  • Ich habe mit Schreiben Geld verdient.
  • Ich wohne wieder in der Altmark.
  • Ich werde mich ehrenamtlich der Hospizarbeit widmen.
  • Zu unserer Familie gehören 2 Katzen.
  • Zu unserer Familie gehören 2 Hunde.
  • Zu meinem Geburtstag hatte ich eine Riesenparty, so wie ich sie wollte.

Ich weiß, dass sich so ein Jahr wie 2022 nicht wiederholen und 2023 ganz sicher ruhiger wird. Trotzdem will ich versuchen, mir den Geist des letzten Jahres zu bewahren und ihn als Begleiter für die bevorstehende Zeit bei mir zu behalten. Ich möchte mehr von den „Das-wollte-ich-schon-immer-mal-machen“ Dingen tun und weniger sagen: „Nein, jetzt passt es gerade nicht, ich warte bis…“ Ich möchte mehr gewollte, gelebte Momente und weniger pflichtgebundene To-Do-Listen.

Immer stärker wird mir vor Augen geführt, dass nichts unendlich ist und dass es Sachen gibt, für die es zu spät sein wird, wenn sie aufgeschoben werden. Also ist doch JETZT genau der richtige Zeitpunkt dafür.

2023 ist sicher weniger abwechslungsreich, muss aber nicht automatisch langweilig und stupide werden. Es hat die Chance verdient, genauso großartig zu werden wie 2022 – durch neue Möglichkeiten, andere Wege, wertvolle Momente und bemerkenswerte Menschen – eben auf seine eigene, ganz besondere Art und Weise.

Mit diesem Gefühl fällt es mir leichter, den Jahresbeginn erwartungsvoll und nicht frustrierend zu meistern und schaffe es dadurch vielleicht, den Stein für einen kurzen Augenblick am Runterrollen zu hindern.

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